Beratung und Vermittlungsablauf

Kontaktaufnahme

Alles beginnt mit einer Kontaktaufnahme zu uns.
Wenn Sie eine Nachricht an uns schicken, können Ihnen unsere Vermittler direkt die wichtigsten Fragen beantworten. Viele Antworten finden Sie jedoch auch auf unserer Homepage.

Kontakt

Selbstauskunftsbogen

Damit wir Infos über Sie erhalten, bitten wir Sie, dass Sie den Selbstauskunftsbogen auf unserer Homepage auszufüllen, auf den die vorerst wichtigsten Daten abgefragt werden.

Selbstauskunftsbogen

Unsere Vermittler werden sich dann schnellstmöglich zurück melden.

Vorkontrolle

Wenn die Auswertung des Fragebogens ergibt, dass ein Tier bei Ihnen ein schönes Zuhause finden könnte, werden sich kurz darauf von einer Vorkontrolle besucht.
Eine Vorkontrolle ist eine Person aus dem Tierschutz, die sich das zukünftige Zuhause des Tieres anschaut und offene Fragen klären wird. Wenn alles passt und das Tier bei Ihnen ein schönes Zuhause finden wird, dann steht einer Adoption nicht mehr im Wege. Wir vermitteln nur gegen Vorkontrolle, Schutzvertrag und Schutzgebühr. (Hunde 450 Euro, Katzen 200 Euro, Katzen-Rassenmix 350 Euro)
Besonders wichtig zu erwähnen ist, dass wir keine Welpen und Kitten vermitteln, da Tiere erst ab einem Mindestalter von sieben Monaten aus der Türkei ausreisen dürfen. Die Türkei gehört nicht zur EU und daher gibt es strenge Ausreiseregelungen, die man nicht mit EU-Ländern vergleichen kann.

Vorbereitung des Tiers für die Vermittlung

Welpen dürfen ab der zwölften Woche geimpft werden. Um vier Monate später ausreisen zu können, benötigen sie jedoch ein Ausreisezertifikat, bzw. einen Titernachweis, der den Tollwuttiter dokumentiert und nachweist. Dies gilt auch für erwachsene Hunde.
Sobald das Tier gegen Tollwut geimpft ist, müssen vier Wochen vergehen und dann wird ihnen Blut abgenommen, welches in ein Labor nach Ankara geschickt wird. Dort wird der Tollwuttiter ermittelt und ein Zertifikat für das Tier angefertigt. Drei Monate nach der Blutabnahme dürfen die Tiere dann endlich ausreisen. Die "Quarantänezeit” beträgt also vier Monate, bis ein Tier nach Deutschland vermittelt werden darf. Das Tier ist dann mindestens sieben Monate alt, jüngere Tiere dürfen nicht ausreisen.

Schutzgebühr und Schutzvertrag

Das aufwendige Verfahren macht es leider sehr schwierig und kostspielig für uns, wodurch unsere Schutzgebühr mit 450 bis 550 Euro für Hunde und 200 Euro für Katzen (Katzen-Rassenmix 350 Euro) etwas höher angesetzt ist als die von Tierhilfen, die innerhalb der EU tätig sind. Die Schutzgebühr und die Adoption werden im Schutzvertrag festgehalten.

Gesundheit und Zustand des Tiers

Unsere Tiere kommen gechipt, geimpft, kastriert, mit Pass und mit dem Flieger nach Deutschland. Etwaige Vorerkrankungen finden Sie bei der Beschreibung des Tieres. Unsere Tiere kann man als "ungeschliffene Rohdiamanten‘" betrachten – aber sie brauchen Liebe, Geduld, Erziehung und Konsequenz, um zu glänzenden Diamanten zu werden. 

Erwartungshaltung

Viele Menschen erwarten bedingungslose Liebe, Dankbarkeit und Hörigkeit, wenn sie einem Tier aus dem Tierschutz ein Zuhause schenken. Sie erwarten, dass der Hund leinenführig, stubenrein ist und mehrere Stunden alleine bleiben kann, denn er ist ja kein Welpe mehr.

Die Realität sieht aber oftmals anders aus. Unsere Tiere kommen von der Straße und haben in ihrem Leben leider oft noch nichts lernen dürfen. Natürlich gibt es auch Hunde, die einst ein Zuhause hatten und sowohl die Stubenreinheit, als auch die Grundkommandos beherrschen, aber das gibt es selten. Wenn Sie einen Hund adoptieren möchten, können wir Ihnen nur die Informationen geben, die wir haben. Bei knapp hundert Tieren, die zu versorgen sind, bleibt leider wenig Zeit, um sich mit jedem einzelnen Tier zu beschäftigen und den kompletten Charakter beschreiben zu können. 

Charakter und Prägung des Tieres

Es kommt natürlich auch vor, dass sich die Hunde im Rudel ganz anders präsentieren, als als Einzelhund dann später in Deutschland. Streuner sind Überlebenskünstler, viele haben sich ihr tägliches Futter durch Wühlen in Abfällen oder Jagen besorgt. Die meisten von ihnen sind sehr selbständig und gut mit anderen Hunden sozialisiert. Aggression ist selten zu finden, weil diese ihre Überlebenschancen eher verringert hätten. 

Manche Hunde mussten sehr schlechte Erfahrungen mit Menschen machen, sodass einige dieser Hunde besondere Ängste haben, z.B. vor bestimmten Gesten, Lauten o.ä. Sollten uns diese Ängste im Vorfeld bekannt sein, informieren wir Sie selbstverständlich darüber. 

Verträglichkeit mit Kindern und Haustieren

Das Verhalten gegenüber Kindern kann leider nicht getestet werden, da es vor Ort keine Kinder gibt. Jedoch konnten wir bei vorhergegangen Adoptionen keine schlechten Erlebnisse mit Kindern erfahren. 

Unsere Hunde und Katzen werden in Gruppen gehalten und sind daher meist sehr gut sozialisiert. Dennoch kann es natürlich immer vorkommen, dass der neue Mitbewohner und ein vorhandenes Haustier "sich nicht riechen können". Hier gibt es verschiedene Methoden, die Tiere aneinander heranzuführen und miteinander vertraut zu machen. Wir beraten hierzu gern. 

Einzelne Tiere, bei denen wir bereits feststellen mussten, dass sie nicht mit anderen Hunden oder Katzen verträglich sind, tragen einen entsprechenden Vermerk in der Beschreibung.

Sicherheit

Egal ob Sie in der Stadt oder im Wald wohnen, Ihr neuer vierbeiniger Freund wird vermutlich erst einmal an einer mehr oder weniger langen Leine geführt werden müssen und wir empfehlen auch, das Tier nicht bereits am Flughafen aus der Box zu holen, sondern erst im sicheren Zuhause (trotz Doppelsicherung, mit denen die Hunde landen). Es ist wichtig, das Tier ausreichend zu sichern, um dessen Leben zu schützen.  

Mögliche Herausforderungen

Die Tatsache ist: Es bleibt eine große Überraschung für alle Beteiligten. 

Es kann sein, dass:

  • Der Hund in die Wohnung macht 
  • keine Treppen steigt, weil er sie nicht kennt
  • Die Katze jagt, obwohl er in der Türkei mit Katzen verträglich war
  • Futterneid zeigt
  • Ängstlich ist und sich zurückzieht
  • Angst vor Alltagsgeräuschen hat (Straße, Staubsauger, Fön usw.)
  • sich nicht über Türschwellen traut

Diese Liste kann endlos fortgeführt werden und sie soll nicht dazu dienen, Ihnen auszureden, ein Tier zu adoptieren, aber wir möchten, dass Sie sich im Vorfeld über alle Eventualitäten im Klaren sind, denn das schlimmste wäre, wenn wir für das Tier nach Ankunft bei Ihnen ein neues Zuhause suchen müssten. So etwas bringt viel Stress mit sich (vor allem für das Tier) und kann durch gute Überlegung und Abwägung vermieden werden.