Gründung des Vereins

Der Verein Kitmir Tierhilfe Demirtas e.V. wurde 2012 von Petra Raithel und Robert Steiner gegründet. Die Gründung des Vereins war eine Herzensangelegenheit und sollte ein Meilenstein sein, um ihrer Freundin und Tierschützerin Anja Günther Hilfe bei der Unterstützung im Einsatz für die Straßentiere in der Türkei zu sein. Anfang 2018 übergab Petra Reithel den Verein an ein paar enge Freunde von Anja, die sich im Laufe der Jahre über Anjas Tierschutzarbeit kennengelernt haben und zu festen Unterstützern geworden sind. Alle Mitglieder sind ehrenamtlich tätig und stecken viel Zeit und Liebe in den Verein.  Vereinsarbeit ist zeitintensiv und man opfert den Großteil seines Privatlebens. Doch das ist es wert! Kitmir Tierhilfe Demirtas e.V. ist ein gemeinnützig eingetragener Verein welcher seinen Sitz in Deutschland hat. Er besitzt eine Genehmigung nach § 11 Tierschutzgesetz.

Ursprung des Namens Kitmir

Der Name stammt aus einer Legende aus dem Koran: Die Geschichte erzählt von sieben jungen Männern, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden und Schutz in einer Höhle suchten. Einer von ihnen hatte seinen Lieblingshund “Kitmir” dabei. Dem Koran zufolge wachte dieser treue Gefährte 309 Jahre über die Schlafenden, bis zum Ende der religiösen Verfolgung. Dafür erhielt der Hund Kitmir Einlass ins Paradies.Diese Legende ist Ursprung für den Siebenschläfertag, der alljährlich am 27. Juni im Kalender steht.

Kastration von Straßentieren

Kastrationen verhindern Tierleid! Es dient der Eindämmung einer unkontrollierten Vermehrung von Straßentieren. Die Ressourcen von Futter und sicheren Plätzen sind gering. Viele Welpen sterben qualvoll, da ihre Mutter sie nicht versorgen kann oder sie werden von Menschen grausam getötet, weil sie nicht „erwünscht“ sind.Für die Weibchen besteht ein deutlich verringertes Risiko einer Gebärmutter- bzw. Gesäuge-Erkrankung.Es entstehen weiniger Machtkämpfe um eine läufige Hündin, somit weniger Verletzung oder Übertragung von Krankheiten. 

Kastrationskampagne

Fütterung von Straßen- und Berghunden

Die Straße ist ein ständiger Überlebenskampf. Viele Tiere fressen vor lauter Hunger Steine, Müll und andere gefährliche nach Essen riechende Gegenstände, wodurch sie später schlimme Magenprobleme bekommen, an denen sie am Ende oft elendig sterben´oder sie sterben an Unterernährung, da die Organe am Ende versagen.Versorgung der streunenden Berghunde. Während wir unterwegs sind, bekommt jedes Tier, dem wir begegnen eine Portion Futter. Haben die Tiere feste Plätze, werden dort Futterstellen eingerichtet, die regelmäßig aufgefüllt werden. Da wir nicht überall sein können, werden wir hier von tierlieben Menschen und privaten Tierschützern unterstützt. Wir stellen das Futter und dank dieser tollen Menschen können viele Futterstellen betreut werden. Seit 2014 werden Futtertouren in die Berge unternommen, um die dort lebenden und ausgesetzten Hunde und Katzen zu versorgen.

Bergtouren

Medizinische Versorgung von Notfällen

Täglich erreichen uns Hilferufe von Anwohnern und Urlaubern, die ein verletztes Tier gefunden haben, das Hilfe benötigt. Diese Anfragen sind leider Alltag und eine der traurigsten Aufgaben im Tierschutz. Wir bekommen teilweise grausame Bilder, die einen noch lange verfolgen. 

Wenn es uns möglich ist, versuchen wir immer zu helfen oder zu unterstützen. Einige Tiere müssen dringend tierärztlich versorgt werden, andere brauchen Liebe und müssen nur wieder aufgepäppelt werden. Leider gibt es auch Fälle, wo man das Tier nur noch erlösen kann, um ihm einen qualvollen Tod zu ersparen. Doch auch bei den Notfällen ist unsere Kapazität begrenzt und wir können nicht allen helfen, auch wenn wir es gerne wollen. Uns bricht es das Herz, einen Notfall ablehnen zu müssen, doch unsere finanziellen Mittel sind begrenzt und auch haben wir oft Platzmangel und können keine neuen Tiere aufnehmen. 

Aktuelle Notfälle

Gnadenplätze für nicht vermittelbare Tiere

Für einige der aufgenommen Tiere, kann später kein neues Zuhause gesucht werden. Diese haben bei uns ein Zuhause auf Lebenszeit.Manche zeigen Verhaltensauffälligkeiten, weil sie vielleicht schlechte Erfahrung mit Menschen gemacht haben oder als ehemaligen Straßentiere einfach kein Bedürfnis nach menschlicher Zuwendung haben. Auch sehr alte Tiere werden nicht mehr in die Vermittlung genommen, da die Strapazen der Ausreise oft zu viel für sie sind.Aber auch die gesetzlichen Ausfuhrbestimmungen der Türkei macht es für einige Tiere unmöglich, eine Familie im Ausland zu finden. Z.B. dürfen diverse “Kampfhund”-Rassen das Land nicht verlassen, dazu gehören Pitbull und CaneCorso.

Unsere Tiere auf Gnadenplätzen

Hilfe bei der Vermittlung von ehemaligen Straßentieren

Unsere Auffangstationen sind voll mit Tieren – ehemalige Notfälle – die den Kampf gegen eine schlimme Verletzung oder Krankheit gewonnen haben. Viele dieser Tiere sind während der Genesung so lange in unserer Obhut, dass wir sie nicht wieder auf die Straße setzen können.  Dazu zählen auch gefundene Welpen ohne Mutter, die alleine auf der Straße nicht überlebt hätten. Für diese Tiere werden Ausreisepapiere beantragt und nach einer Quarantänezeit von 92 Tagen dürfen sie die Türkei verlassen. Die Vermittlung ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit, da jedes Tier, welches ein Zuhause findet, den Platz frei macht für einen neuen Notfall.

Unsere Vermittlungstiere

Beratung für hilfesuchende Urlauber

Viele Anwohner und Urlauber sind sehr tierlieb und schauen nicht weg, wenn ein Tier Hilfe benötigt. Manche verlieben sich in eines der Tiere und würden ihm gerne ein Zuhause in Deutschland schenken. Wir freuen uns über jeden, der nicht wegschaut oder über jedes Tier, das eine Chance bekommt. Hierbei ergeben sich oft viele Fragen, bei denen wir gerne helfen möchten. Wir haben für diese Fälle schon einige Informationen zusammengefasst. Sollte weiterhin noch einiges unklar sein, melden Sie sich gerne bei uns, wir versuchen, bestmöglich zu beraten und zu unterstützen.

Umgang mit Fundtieren

Auffangstation für Tiere in Not

Die kleine Auffangstation, das “Kitmirhaus”, befindet sich oberhalb des Dorfes Demirtas und beherbergt ca. 30-40 Hunde und ca. 10-20 Katzen.Hier sind unsere Helferinnen Ardie und Ulla täglich im Einsatz, um alle Tiere zu versorgen. Das Kirmirhaus ist auch die Anlaufstelle für alle Helfer, die vor Ort unterstützen möchten. Weitere Tiere sind auf dem Gelände von “Efkanja” untergebracht. Dort leben etwa 50 Hunde und 7 Huftiere. Dort ist viel Platz und da sich das Grundstück mitten im Wald befindet, stört auch niemanden das Gebell.

Das Kitmirhaus

Unterstützung für private Tierschützer

Tierschutz bedeutet nicht nur einen starren Blick zu haben, sondern auch nach recht uns links zu schauen und sich zusammen zu tun, wenn die Situation dies erfordert. Gerade bei den Straßentieren ist es sinnvoll, zusammen zuarbeiten, egal ob es um Futterstellen geht, Kastrationen oder tierärztliche Versorgung. Gerade kleine private Tierschützer fehlen meist die finanziellen Ressourcen und wir als deutscher Verein sind nicht ständig vor Ort, um das Futter selbst zu verteilen oder Tiere zur Kastration einzufangen. Somit ist eine Zusammenarbeit für beide Seiten von großem Vorteil.

Warum Auslandstierschutz?

Warum wir uns dennoch in der Türkei engagieren und Tiere nach Deutschland vermitteln: 

  • Chancen: Sie können nichts dafür, wo sie geboren sind. Jedes Tier, unabhängig von der Herkunft, verdient die Chance auf ein glückliches Leben. 
  • enormer Bedarf: Der Tierschutz steckt in der Türkei noch in den Kinderschuhen. Es ist wichtig, dort aktiv Tierschutz zu betreiben, um in der Bevölkerung ein Bewusstsein für den artgerechten und empathischen Umgang mit Tieren zu schaffen.
  • grausame Bedingungen: Die Tiere in der Türkei werden oft (nicht immer) grausam behandelt. Geschlagen, vergiftet, misshandelt, erschossen, aus fahrenden Autos geworfen... In den staatlichen Tierheimen werden sie in viel zu kleinen Käfigen mit vielen Tieren ohne Futter eingesperrt und sterben. Wir können hier nicht tatenlos zusehen.
  • ohne Grenzen: Tierschutz und Tierliebe kennen keine Grenzen. Wir leben in einer globalisierten Welt, bestellen Waren aus China, Obst aus Chile und Wein aus Italien. Solange wir von diesem internationalen Handel profitieren, brauchen wir uns nicht zu rechtfertigen, wenn wir Tiere aus dem Ausland nach Deutschland vermitteln.

In Erinnerung an Anja Günther und ihre Mama Ingeborg Thielemann

Unsere geliebte Anja war viele Jahre lang die Mutter des Vereins Kitmir. Anja gab ihr Leben in Deutschland auf, um all ihr Herzblut und jeden Tag ihres Lebens den geschundenen und vergessenen Seelen der Straße zu schenken. Gemeinsam mit ihrer Mutter Inge hat sie über die Jahre tausende Leben verändert und viele Herzen berührt. Anja ist 2021 nach kurzer, schwerer Krankheit unerwartet verstorben. Ihr Tod hinterließ eine riesige Lücke im Verein und in der Tierschutzgemeinschaft von Alanya. Bis heute wird die Erinnerung an sie und ihre Mutter in Ehren gehalten, indem wir ihr Werk fortführen.

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